Texte des Monats November 2014 von Rita Wagner

Das wahre Gesicht Gottes

Stille Nacht heilige Nacht
Maria und Josef haben Schweinkram gemacht
Nun soll im Winter ihr Kind geboren werden
Und Frieden bringen hier auf Erden
Doch der Teufel hat ihre Suppe verhagelt
Und Gottes Hirn war wie zugenagelt
Statt zu schützen das liebende Paar
Verschwand er und tat, als wär er nicht da.
Maria und Josef suchten ein Heim’
Doch ihr Budget war dafür viel zu klein
Denn Arbeit hatte Josef schon lange nicht mehr
Drum zogen sie durch die Welt – kreuz und quer
Bis sie kamen nach Bethlehem
Und dort trafen einen gnädigen Herrn
Der ihnen Obdach gab im Stall
<, Die Botschaft sprach sich rum, überall
Alle wollten das arme Paar im Stalle sehen
Auch drei Reiche machten sich auf nach Bethlehem zu gehen
Ihr Wegweiser war ein leuchtender Stern
Und Gott? Der hielt sich fern
Im Stall die Reichen angekommen
Hat Maria von ihnen Geschenke bekommen
Es hieß ihr Sohn sei ein Superheld
und sollte retten die ganze Welt
Doch wenn wir uns heute die Entwicklung ansehen
Dann kann man leider nur eines verstehen
Der sogenannte liebe Gott
Schickte sein eigenes Fleisch aufs Schafott
Er sieht der Menschen Leid und Plage
Verpißt sich einfach für zig Milliarden Jahre
-c, Er lässt sie alle mit ihrem Pech allein
Drum konnte der Teufel ihr Lehrmeister sein
Er verdarb den Charakter der meisten Leute
Drum gibt es das Chaos gestern wie heute
Und Marias Sohn, der die Welt retten sollte
War des Teufels fetteste Beute

12.12.2010

 

Wann bist Du alt?
Ein Spiegel hängt in Deinem Zimmer,
Du stehst davor, das Haupt geneigt
und seufzest, weil ein grauer Schimmer
sich an Deinen Schläfen zeigt.
Beim Lesen streikt Dir die Pupille,
und neue Zähnchen brauchst Du bald –
Du seufzst und murmelst in der Stille:
Ach, ja, ich werd nun langsam alt.
Du seufzst und solltest lieber schmunzeln, ,
kriegt auch Dein Haar einen ‘Silberstich
und Deine Stirne ein paar Runzeln,
das ist doch alles äußerlich.
Manch einer ist vielleicht erst zwanzig
und außen herrlich von Gestalt,
doch innen schwunglos, trocken, ranzig
und miesepetrig, – das ist alt!
-~ Natürlich kannst Du nicht mehr wachsen
mit sechzig, – aber immerhin –
so lang Du für Humor und Faxen
und Zärtlichkeiten hast’nen Sinn,
So lange Deine Augen glänzen
im Feuer der Begeisterung,
bist Du mit Deinen 60 Lenzen
trotz Brille und Gebiss – noch jung!