Ein Gedicht von Sophie Dietrich

Das Leben kommt, das Leben geht,
Der Tod ist prompt, nicht zu verstehen,
Ich brauch mehr Zeit,
Doch bin gebunden an das Gleis,
Zählt meine Wunden, sie sind noch heiß,
Dreh meine Runden, und dreh mich im Kreis,
Steh vor den Hunden, und wart‘ nur darauf, dass man mich beißt!
So stecken wir alle fest, ins System hineingepresst,
keine Chancen auf Entkommen,
Renaissancen längst verronnen,
Regt euch auf über nichts und wieder nichts,
Leben ist zu schön, Ärger ist nur widerlich,
Masken endlich abgelegt? Wieder nicht.
Checkt ihr nich‘?
Ihr fahrt euch selbst fest,
Also meckert nicht!
Gebt den anderen die Schuld für euer Hundeleben?
Aber gehorcht auf jedes Wort und habt schon lange aufgegeben!
Alles hier ist Gottes Segen,
Alles hier ist gottgemacht,
Ihr könnt nichts für euer Leben,
Nur Gott, der hat die Macht!
Doch ihr könnt das selber lenken,
Versteht ihr’s nicht oder könnt ihr einfach nicht mehr selber denken?
Denn die Fähigkeit gab Gott euch doch auch!
Seid nicht blind und vertraut mal auf euren Bauch,
Zur Abwechslung: hört mal mit dem Nachrennen auf!
Nachsicht, Liebe, Freundschaft, Familie, Vertrauen, das ist, was die Menschheit braucht!
Kein Geldsystem, können nichts als Geld mehr sehen, kann euer scheiß Geld nicht mehr sehen!
Niemand mehr blind vor Liebe,
Alle nur blinde Diebe,
Beklaut euch gegenseitig und vernarrt euch auf Neid,
Auch auf Gegenseitigkeit beruht,
Ihr versteckt euch so gut,
Wie es geht,
Habt keinen Mut,
Euch die schwachen Beine einzugesteh’n,
Doch ich seh‘ doch euren Frust,
Eure Herzen pochen wild gegen eure Brust,
Doch heut‘ ist einer dieser Tage, ihr habt wieder keine Lust,
Eure Leidenschaften leiden unter dem Leid des gesellschaftlichen Drucks,
Also holt einmal tief Luft,
Gebt euch ’n Ruck,
Und macht endlich damit Schluss!
Denn das Leben ist viel zu kurz,
Es geht viel zu schnell vorbei,
Pfeift auf alten Murks,
Und nutzt eure Zeit!

 

Vorgetragen im TextLabor am 04.04.2018